Maria Montessori
Maria Montessori war eine italienische Ärztin, Philosophin und Reformpädagogin sie wurde am 31. August im Jahr 1870 in Chiaravalle, Italien geboren. Ihr Vater, Alessandro Montessori war Finanzbeamter und ihre Mutter Renilde Stoppani die Tochter eines Gutbesitzers. Fünf Jahre nach ihrer Geburt zogen die Familie Montessori in die italienische Hauptstadt, Rom wo Maria Montessori die Möglichkeit zu einer guten Schulbildung geboten wurde. Nach dem absolvieren einer öffentliche Schule besuchte Sie ein Gymnasium mit dem Schwerpunkt auf den Naturwissenschaften und der Mathematik. Auch wenn Ihr Vater gegen den Besuch einer Naturwissenschaftlich orientierten Gymnasiums gewesen ist, schloss Sie trotz des Widerstandes die Schule 1886 erfolgreich ab. Nach einem vier jährigem Besuch einer technischen Schule, schrieb Maria Montessori sich für das Medizinstudium ein. Zuerst lehnte die Universität Montessoris Immatrikulation ab, nachdem Sie sich aber beim Papst eine Zustimmung erwirkte gestattete Ihr die Universität den Zugang zum Medizinstudium. Doch auch hier entgegneten Montessori die Kommilitonen eher mit Argwohn. So musste Sie die Leichen spät Abend zitieren oder als letzte den Studiensaal betreten, da eine Frau schließlich nicht mit Männern zusammen arbeiten sollte oder vor Ihnen einen Platz fand. Trotz dieses Umstandes wurde Maria Montessori 1896 die erste Ärztin von Italien.

Schon während Ihres Studiums legt Montessori Ihren Schwerpunkt auf Kinderheilkunde und arbeitete nebenher schon in einer psychiatrischen Anstalt. In dieser Zeit setzte Montessori sich intensiv mit den Lehren und Theorien der französischen Gelehrten Edouard Séguin und Jean Itard auseinander. Vollkommen überzeugt und tief von ihren Schriften beeindruckt, übersetzte Montessori deren Bücher ins italienische. Aufgrund einer Bitte des italienischen Erziehungsminister Guido Bacelli hielt sie vor Lehrerinnen in Rom einen Vortrag über die Betreuung von geistig Behinderten Kindern. Aus diesem Vortrag entstand 1899 ein „Heilpädagogisches Institut“ (Scuola magistrale ortofrenica), welches Sie bis 1901 leitete. Während dieser Zeit entwickelte Maria Montessori besondere Materialien für das Lehren der Mathematik und Sprache. Direkt im Anschluss studierte Maria Psychologie, Erziehungsphilosophie und Anthropologie.

1898 kam Montessoris unehelicher Sohn Mario Montessori zur Welt. Wegen ihren Ansehens und der Tatsache, dass Sie stark in der Öffentlichkeit stand musste Sie ihren unehelichen Sohn weg geben. Mario Montessori wuchs auf dem Land bei einer Pflegefamilie auf.

Sechs Jahre später, am 6. Januar 1907 eröffnete Maria Montessori die Kindertagesstätte „Casa dei Bambini“. Das im römischen Bezirk San Lorenzo gelegene Kinderhaus beherbergte viele Kinder aus der sozialen Unterschicht. Hier fand eines der, für Montessori wichtigsten Erlebnisse statt. In ihrem „Casa dei Bambini“ beobachtete Sie ein drei Jahre altes Kind welches sich bei der Beschäftigung mit Zylinderblöcken von starken Störungen nicht ablenken ließ. Das in sich Versunken sein, bezeichnete Montessori als „Polarisation der Aufmerksamkeit“. Auf Grund dieser und viele weiteren Erfahrungen entwickelte Montessori Methoden zur Erziehung von Kindern, welche Sie in ihren Büchern „Il metodo della pedagogia scientifica“ und „L'autoeducazione“ niederschrieb. Mit Ihren Büchern gewann Maria Montessori zuerst in Europa und anschließend auch in Nordamerika eine große Anhängerschaft weshalb Sie ihre Ansicht der Pädagogik weit verbreitete.

Als 1922 Benito Mussolini in Italien an die Macht kam, zog Montessori nach Indien wo Sie auch viele weitere Anhänger fand. In Indien entwickelte Montessori ihren „Erdkinderplan“ und die Theorie der „Kosmischen Erziehung“.

Bis zu Ihrem Tod am 6. Mai 1952 lebte Montessori in den Niederlanden wo Sie in Amsterdam die „Association Montessori Internationale“ (AMI) zusammen mit ihrem Sohn Mario Montessori gründete.

Die Kindliche Entwicklung
Nach Auffassung von Maria Montessori durchlebt der Mensch von der Kindheit bis zur Adoleszenz drei Phasen. Diese sind, das erste Kindheitsstadium (0-6Jahre), das zweite Kindheitsstadium (6 bis 12 Jahre) und die Jugend (12 bis 18).
Die erste Phase (0 bis 6 Jahre)
Innerhalb dieser Zeit entwickeln sich bei dem Kind die Persönlichkeit und Begabungen, weshalb diese für die Montessoripädagogik von unschätzbarem Wert ist. Während dieser Zeit entstehen zudem die Psyche und der Geist eines Kindes. Gemäß seinem Entwicklungsstand ist ein Kind im Alter von 0 bis 6 Jahren nicht in der Lage die auf ihn einwirkenden Umweltreize zu filtern und analysiert, sondern verinnerlicht diese.
Die zweite Phase (6 bis 12 Jahre)
Diese Phase bezeichnete Maria Montessori als labile Phase. In allen Phasen durchläuft das Kind so genannte sensible Phasen. In diesen Zeiträumen sind Kinder besonders zugänglich für neue Reize aus ihrer Umwelt. Regt ein Gegenstand oder eine Situation das Interesse des Kindes an, so ist das Kind zu einer Phase der tiefen Konzentration fähig. In diesem "tief versunken sein" erkennt das Kind selbst die vorliegenden Prozesse und verinnerlicht diese. Während dieser Konzentrationsphrase lässt es sich häufig von starken Störungen nicht ablenken. Denn Prozess der tiefen Konzentration nannte Maria Montessori "Polarisation der Aufmerksamkeit".
Die dritte Phase (12 bis 18 Jahre)
Diese Phase bezeichnete Maria Montessori als Zeit des Umbaus. In dieser Phase sensibilisiert sich das Kind für Gerechtigkeit, Menschenwürde und für soziale und gesellschaftliche Prozesse.

In Ihren Forschungen mit den Kindern erkannte Maria Montessori, dass das kindliche Lernen nicht über den abstrakten Weg wie bei Erwachsenen funktioniert sondern über die Sinne.
Diese Erkenntnis gewann Sie aus der Beobachtung, dass Kinder alles anfassen müssen, in den Mund stecken oder an Gegenständen riechen. Alle Kontakte mit der Umwelt finden also über die menschlichen Sinne statt, weshalb das Lernen mit Hilfe der Sinne die beste Voraussetzung besitzt. Deshalb können die Kinder bei den Montessorimaterialien vieles sehen, schmecken und fühlen. Bei dem mathematischen Material zum Beispiel werden die Zahlen durch Perlen dargestellt. Eine Perle steht für den Wert 1 und eine Tausenderkette für den Wert 1000. Ohne das die Kinder abstrakt denken können und wissen was der Wert 1000 bedeutet, erkennen Sie den Unterschied und begreifen die entsprechenden Zahlen.

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